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Einführung

 
Krafttraining ist auch in einer Ausdauersportart wie Radsport nicht mehr wegzudenken. Lange Zeit bestritten, sind die Vorteile für die Leistungsentwicklung beachtlich, wenn methodisch richtig trainiert wird.

Für Breitensportler mit gewöhnlich gehörigem Defizit der Muskelausbildung kann es sogar richtig sein, das Krafttraining einmal eine ganze Saison und nicht nur auf die Vorbereitungsphase beschränkt durchzuziehen.

m3 Multi-Muscle-Machine
 
m3 Multi-Muscle-Machine von Schnell

Ideales Gerät für den "personal trainer".
Alle radsport-spezifischen Übungen lassen sich damit durchführen.
Auf dem Sportgerät Rad allein kann die Muskulatur, die zum Radfahren benötigt wird, nicht effektiv genug trainiert werden; der Gang ins Fitneßstudio von November bis März ist eigentlich unverzichtbar. Leider beginnen hier die Schwierigkeiten. Meist bestehen die Studiobetreiber auf längeren Vertragszeiten. Auch ist die Geräteausstattung nicht immer vollständig, bzw. nicht in der Ausführung vorhanden, wie sie zur Durchführung radsportspezifischer Übungen günstig wären. Erst recht darf man nicht erwarten, daß sich ein Übungsleiter mit den Erfordernissen des Radsports auskennt.

Die Methoden des Gewichthebens oder des Bodybuildings können nämlich nicht unbesehen übernommen werden, sondern müssen sportartspezifisch abgewandelt werden. Der Kraftgewinn sollte nicht zu Lasten der Ausdauerfähigkeit gehen, also in erster Linie nicht auf Dickenwachstum der Muskelfaser beruhen, sondern auf der Verbesserung der inter- und intramuskulären Koordination. Muskelzuwachs an der falschen Stelle verschlechtert nicht nur den Parameter Körpergewicht, sondern verbraucht zusätzlich Sauerstoff, der dringend in der eigentlichen Arbeitsmuskulatur gebraucht wird.

Wie also vorgehen ? Allmählich ! wie auch sonst im Radsport, wohl wissend, daß die Sehnen der Entwicklung der Muskulatur immer hinterherhinken. Langsam beginnen, langsam steigern. Man meide freie Gewichte. Übungen mit der Langhantel beispielsweise erfordern eine ausgefeilte Technik, sonst sind Verletzungen vorprogrammiert. Maschinentraining minimiert dieses Risiko.

Objektiv nützliche Übungen müssen nicht unbedingt empfehlenswert sein. Die tiefe Kniebeuge mit der Langhantel beispielsweise ist die wohl effektivste Übung für den Quadrizeps, belastet aber ganz enorm den Lendenwirbelbereich und das Knorpelgewebe hinter der Kniescheibe. Die Bewegungsamplitude stimmt zudem nicht mit dem Tretvorgang überein. Ähnlich verhält es sich mit der sogenannten Hackenschmidt-Maschine. Sehr effektiv für den Quadriceps, die Bewegungsamplitude stimmt, aber auf das Kniegelenk wirken die höchsten Druck-und Scherkräfte von allen Oberschenkelübungen ein.

Unter diesen Gesichtspunkten werden im folgenden ausgewählte Übungen vorgestellt, die nachteilige Nebeneffekte möglichst gering halten. Übungsgerät ist die m³ Multi-Muscle-Machine von Schnell.

Grundsätzlich sollte mit einer Intensität von 70-80% trainiert werden, da sonst die Hypertrophierung der Muskulatur zu stark vorangetrieben wird. Man strebe für die einzelne Übung 5 Sätze à 25 Wiederholungen an. Zwischen den Sätzen eine Minute Pause. Kann mit Stretching genutzt werden. Die Belastung ist von Zeit zu Zeit dem Trainingsfortschritt anzupassen.
Krafttraining Anatomie Krafttraining Anatomie Krafttraining Anatomie Grundkenntnisse der Anatomie sind vorteilhaft, nicht nur zur korrekten Ausführung von Kraftübungen, auch das Platzieren der Elektroden fällt leichter.

Einsame Spitze der "Sobotta interaktiv" auf CD-Rom für den großen Durchblick. Wer sich nicht mit Latein herumschlagen möchte, der "Muskelguide" ist die einfachere und billigere Alternative, wiewohl die deutschen Namensgebungen dort schon ein wenig exotisch wirken.

Fitness-Krafttraining beschreibt nicht nur sämtliche Kraftübungen, sondern bewertet auch die Effektivität nach elektromyographischen Messungen. Ein absolutes "Muss" für jeden, der sich mit Krafttraining beschäftigt.
 

Elektrostimulation

 
Compex 400 Als Trainingsmittel setze ich auch den sport 400 von Compex ein. Meine Skepsis gegenüber der Elektrostimulation mußte ich revidieren. Das Compex-Gerät jedenfalls zeitigt echt vorzeigbare Ergebnisse und sollte nicht in einen Topf geworfen werden mit jenen "Bauch-weg-Gürteln", die wieder mal in unseriöser Weise vermarktet werden.

Die Form aus der Steckdose holt man sich aber nicht, es ist ein Hilfsmittel unter anderen. Und kein billiges: Zum Anschaffungspreis kommt der nicht unerhebliche Verbrauch an - teuren ! -Klebeelektroden. Der Zeitaufwand ist auch nicht zu verachten. Beispielsweise dauert eine Sitzung "Aerobe Ausdauer" 55min, für eine Muskelgruppe wohlgemerkt !
Nachtrag vom 10.20.03

Nach Abschluss einer ganzen Saison kann ich sagen, dass sich der Compex bewährt hat. Nicht nur in Sachen Regeneration, sondern auch bei der Verbesserung der muskulären Struktur. Hilfreich ist er beispielsweise bei der Beseitigung von Disbalancen zwischen medialis und lateralis Anteil des quadriceps. Auch scheint es mir, dass die Lumenerweiterung der Blutgefäße unterstützt wird. Nun lege man mich aber nicht auf Prozentzahlen fest. Wie gesagt, es ist ein Trainingsmittel unter anderen.

Als positiv wurde mir die Wirkung beschrieben bei der Behandlung von Schmerzen des Patellasehnenansatzes sowie bei Epikondilitis.

Höchst unangenehm war allerdings, dass sich nach einiger Zeit eine allergische Reaktion -und zwar ausschließlich bei mir- gegen die Elektrodenkleber einstellte. Kein Elektrodenbrand !
Compex 400 Der Arzt der deutschen Compex-Vertretung konnte mir weiterhelfen. Ich benutze seither Carbon-Dauerelektroden.

Die gibt es als Meterware und müssen zurechtgeschnitten und mit Gel bestrichen werden. Dann kleben sie natürlich nicht von selbst, sondern müssen mit Klettbändern befestigt werden.

Ist zwar etwas umständlich, man bekommt aber schnell Routine. Und die Folgekosten vermindern sich beträchtlich. Nachteil: Die Anwendung beschränkt sich auf Arme und Beine. Muss einen Radfahrer nicht stören.
Mein Kommentar im Mtb-Forum soll das Thema komplettieren:

also, ich habe den compex 400 im einsatz, und der ist sehr wirkungsvoll. man bedenke aber bitte, daß damit einzig und allein die muskulatur beeinflußt wird und nicht der körper als gesamtsystem. die elektrostimulation ersetzt also keinesfalls das training auf dem rad, sondern ist nur unterstützendes hilfsmittel und sollte im rechten verhältnis zu den weiteren trainingsmitteln stehen.

der zeitaufwand ist beträchtlich, acht muskelgruppen stehen zur behandlung an. eine sitzung aerobe ausdauer beispielsweise dauert 55min, für eine muskelgruppe wohlgemerkt. wer eh kaum zeit zum trainieren hat, sollte lieber aufs rad steigen.

ebenfalls irrig ist die vorstellung, man könne sich abends vor der glotze verkabeln und die programme so ganz nebenbei abspulen. is nich. bei wirkungsvoller intensität erfordert es einige konzentration, die muskulatur unter kontrolle zu halten.

man denke dabei auch an sein umfeld. radsportbräute sind schon einiges gewohnt wegzustecken. wenn du dich jetzt allerdings auch noch jeden abend vor dem fernseher abzappelst, könnt es passieren, daß dir deine lebensabschnittsgefährtin eine neuen lebensabschnitt einläutet.

kommt noch dazu, daß der compex 400 nicht gerade billig ist ... und die folgekosten ! schnell brauchst du mal 50 euro monatlich für klebeelektroden, wenn du ständig damit arbeitest.

mein fazit: wenn du schon alles hast, wenn geld und zeit kein problem für dich darstellen, wenn du darüberhinaus hochmotiviert bist, die trainingslehre verinnerlicht hast, also selbstständig und nach plan trainieren kannst, wenn du also nur noch den letzten kick für den sprung ins profilager brauchst, dann greife zu.